Jugendfeuerwehr Viesebeck

Chronik der Jugendfeuerwehr Viesebeck

Die Jugendfeuerwehr wurde 1986 mit 10 Jungen und Mädchen gegründet. Jugendwart war Burkhard Kuhaupt. Unter den Jugendlichen sprach sich schnell rum wie toll es bei der Feuerwehr ist. Die Mitgliederstärke wuchs bis zu 22 Jugendliche stetig an. Der demographische Wandel macht sich auch hier bemerkbar. Zurzeit sind 5 Mädchen und 3 Jungen bei der Jugendfeuerwehr. Der Übungsdienst findet jeden Montag vor dem der Einsatzabteilung um 18:00 Uhr statt. Auch hier gehört Arbeit und Vergnügen zusammen. Neben den Übungsdiensten und Wettkämpfen werden auch kleine Feiern und Wanderungen veranstaltet. Das Einsammeln der Weihnachtsbäume ist zu einem festen Bestandteil im Terminkalender der Jugendfeuerwehr geworden. Die Jugendfeuerwehr wird von den Jugendwarten Marcel Mander und Reiner Schacht geführt.

Jugendfeuerwehrwarte
1986 – 1996    Burkhard Kuhaupt

1996 – 2001    Frank Düsterwald

2001 – 2003    Reiner Schacht

2001 – 2003    Stephanie Gerhardt

2003 – 2005    Manuel Pickenhahn

2005 – 2008    Michael Boos

2008 – 2010    Andreas Hose

2010 – 2011    Mirko Fischer

2011 – 2013    Sven Flörke

2013 – 2016   Michael Boos

Seit 2016       Marcel Mander und Reiner Schacht

Aktivitäten der letzen Jahre

Hier mal ein paar Aktivitäten der Jugendfeuerwehr der letzten Jahre:   Wie jedes Jahr  sammeln wir die Weihnachtsbäume ein, beteiligten uns bei der Jugendsammelwoche, nahmen am Zeltlager in Grömnitz sowie bei Knotenwettbewerben teil und machten immer einen Jahresabschluss z.B in der Eissporthalle, Aqua Park.

 

Was machen WIR im Übungsdienst:

Natürlich gehört zum festen Bestandteil der Übungsdienste feuerwehrtechnische Ausbildung z.B. Fahrzeug und Gerätekunde, der Aufbau eines Löschangriffs, Knoten und Stiche und vieles mehr. Aber natürlich steht der Spaß im Vordergrund und so wird natürlich nicht nur feuerwehrtechnische Ausbildung betrieben sondern auch Spiele / Filmabende und sportliche Betätigung in Form von z.B Ballspielen und Wasserspielen.

Der Brand von 1907

Bezirksbrandmeister in Wolfhagen, wie auch Ortsbrandmeister war 1907 Bürgermeister Rudolf Arnold Schneider (1902-1914) geb.: 22.01.1856 in Kassel, gest.: 03.07.1932 in Wolfhagen. (s. Dr. Görlich: Gesch. v. W.) Wolfhagen, den 12.12.1907, 1) An das Königliche Amtsgericht, hier betrifft: Brand in Ippinghausen am 11.Dezember 1907—————-

Dem Königlichen Amtsgericht berichte ich Nachstehendes.

Beim gestrigen Brande in Ippinghausen fiel mir plötzlich ein starker Petroleumgeruch im Hausflur auf. Ich ging dem Geruch nach, öffnete die vom Hausflur nach dem Stall führende Tür und stand plötzlich einem Mann gegenüber, wie ich nachträglich erfuhr, dem Sohn des Bürgermeisters S. In einem links vom Eingang befindlichen Raum lagert ein großes Zink-Petroleumfass, welches infolge gewaltsamer Beschädigung auslief. Direkt vor dem Fasse, aber das Petroleum noch nicht berührend, lag etwa eine Hand voll Stroh, welches eben erst angesteckt sein musste. Ich sagte dem S. sofort die Tat ins Gesicht, er bestritt dieselbe jedoch. Wenn ich auch nicht gesehen habe, dass er das Stroh angesteckt, so liegt es für mich klar auf der Hand, dass S. es getan hat, oder es muß unbedingt den Täter gesehen haben. Jedenfalls musste er das Feuer ausmachen. Dass er dies nicht getan hat, dürfte wohl für die Täterschaft sprechen.

Kurz danach kam ich plötzlich die nach der Wirtsstube führende kleine Treppe hinauf und sah wie derselbe S. einen hölzernen Wirtstuhl in das im ersten Stock glimmende Feuer warf. Ich fasste ihn als Täter, wurde aber von einigen bei S. befindlichen Leuten darunter dessen Bruder Wilhelm fortgerissen, Wilhelm S. rief uns zu: “Lassen Sie meinen Bruder gehen, der ist es nicht gewesen. “Dass es Heinrich S. gewesen ist, kann ich eidlich bekräftigen. Außerdem nenne ich als Zeuge Hermann S.

Kurz nachdem ich den Stuhl aus dem Feuer gezogen, fand ich abermals einen völlig unversehrten Stuhl beim Feuer, welchen ich ebenfalls entfernte.

Nach diesen Vorfällen war ich überzeugt, dass der Brand absichtlich genährt werden sollte und beobachtete insbesondere das Petroleum – Lager. Auf einmal sah ich den Zimmermeister Heinrich H. aus der nach der Straße führenden Stalltür kommen. Nichts gutes ahnend, ging ich nach dem Stall, aus welchem mir einige Leute entgegenliefen, darunter der Schmied Jakob S. Durch einen Blich in den Stall überzeugte ich mich, dass auch hier durch Anstecken von Stroh Feuer angelegt war. Um den Täter zu ermitteln, fasste ich den S. und forderte ihn auf, mir die Namen der Leute zu nennen, welche bei ihm waren. Mit den Worten: “Lassen Sie mich gehen, Sie mögen sein was Sie wollen !“ bedrohte er mich mit erhobener Faust und wäre er sicher zu Tätlichkeiten übergegangen, wenn mir nicht Gendarm J. zu Hilfe geeilt wäre.

Im Stalle hatte keiner etwas zu tun und liegt klar auf der Hand, dass die betreffenden Leute denselben nur betreten haben, um das Feuer weiter anzulegen. Etwa 10 Minuten nach diesem letzten Vorgange, benachrichtigte mich ein Ippinghäuser, ich sollte mal in den Stall sehen, das Feuer sie nicht angelegt, sondern die Decke sei durchgebrannt. Letzteres war zwar nicht der Fall, jedoch fand ich, dass absichtlich ein Loch in die Decke gehauen war, außerdem lag ein zusammengeschlagenes Fass und andere Holzstücke in der Nähe des Feuers um jedenfalls als Nahrung zu dienen.

Ich bemerkt noch, dass anscheinend überall in den Stuben der Brand künstlich genährt wurde um das ganze Gebäude einäschern zu lassen. Als Zeugen nenne ich : 1. Fuhrmann Moses B. und 2. Gendarm J.; beide zu Wolfhagen. 3. Förster St. Zu Ippinghausen.

2.) An das Königliche Landratsamt, hier: gleicher Bericht wie zu 1.) mit nachstehendem Zusatz:

Vom Vorstehendem habe ich heute dem königlichen Amtsgericht Bericht erstattet und als Zeugen die 1. Fuhrmann Moses B. und 2. Gendarm J.; beide zu Wolfhagen – 3. Förster St. Zu Ippinghausen benannt. Ferner berichte ich:

Nachdem mir um 7 ¾ Uhr vormittags die Benachrichtigung vom Brande zugegangen, fuhr ich sofort hin.  An der Brandstelle angelangt, traf ich meine Anordnungen, da in keiner Beziehung sachgemäß vorgegangen war. Die auf dem Försterhofe postierte Spritze war in Tätigkeit, ohne irgend eine Wirkung zu veranlassen, dahingegen sollte kräftig eingerissen werden, welchem ich mich energisch widersetzte. Der ganze ausgebreitete Brandherd bot ein überzeugendes Bild, dass überall versucht war, den brand zu schüren und weiter auszubreiten.

Ganz allein auf mich angewiesen – Bürgermeister S. hatte ich noch nicht wahrgenommen, der Brandmeister B. war verreist – telephonierte ich sofort nach den beiden Gendarmerie – Wachtmeistern, welche kurz darauf auch eintrafen. Insbesondere kann Wachtmeister J. meine sämtlichen Angaben bestätigen.

Infolge Ausgleitens zog ich mit eine äußerst schmerzhafte Muskelzerrung zu, welche mich gegen 10 ½ Uhr nötigte, nach Hause zu machen. Ich ordnete vorher aber noch das Einreißen des Gebäudes bis auf den untersten Stock an und bat die Gendarmen, die genaue Befolgung meiner Anordnungen zu überwachen.

Der Landwirt Heinrich T. wurde von mit wiederholt aufgefordert mehrer im Hausflur liegende brennende Holzstücke zu entfernen, ohne dass er meiner Aufforderung nachkam. Hinter meinem Rücken stieß er die Drohung aus: „ Ich schmeiße den Hund über den Kopf, dass er verreckt, der Wolfhager Kerl.“ – Zeuge: Privatmann Hermann K..

Eine späteren Aufforderung leistete T. wieder keine Folge, äußerte , er sei Retter, andere Arbeiten gingen ihm nichts an.

Nachdem ich nachmittags gegen 2 34 Uhr mit Herrn Amtsrichter G. wider auf der Brandstätte eintraf, war der größte Teil der Ippinghäuser Feuerwehr betrunken, manche taumelten nur. Durch Wachtmeister J. erfuhr ich dann, dass  die Wolfhager – und Naumburger – Feuerwehr angefordert sei.  Meine Anordnungen auf der Brandstätte fanden keine Beachtung. Als dann die Bründerser Spritze eintraf, wurden derselben überall Schwierigkeiten bereitet, ihre Spritze mit Wasser zu versehen.

Feuereimer wurden weggenommen, sogar vom Bradmeister selbst und sogar in einem Hause der Durchgang zum Bache verweigert, so dass ich gezwungen war Herrn Amtsrichter G. zum Einschreiten zu bitten. Als dann die Wolfhager Wehr eintraf und ich anordnete, dass diese die Bedienung der Ippinghäuser Spritze, deren Mannschaft größtenteils betrunken war, übernehmen sollte, erklärte mit der übrigens nüchterne stellvertretende Brandmeister H., er würde mit seinen Leuten nichts mehr tun, wenn die Wolfhager an ihre Spritze kämen.

Auf Ansuchen des Gastwirtes M. beorderte der Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Wolfhagen sämtliche Mannschaften zur Abräumung eines Holzhaufens beim Müller´schen Saal. An Ort und Stelle angelangt, verweigerte der stellvertretende Brandmeister H. den Wolfhager Mannschaften den Zutritt. Überall wurden versteckte Drohungen laut, weil auswärtige Feuerwehren gerufen seien.

Der vorgenannte T. äußerte: „Was wollen die Wolfhager Scheißköpfe hier, wir haben bei dem bisschen Brand selbst nicht zu tun !“ Ich bitte die Bestrafung des T. zu veranlassen und stelle bezüglich meiner Person hiermit Strafantrag wegen Beleidigung.

Bezirksbrandmeister